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PID. Selektion oder Selbstbestimmung?

Die Atmosphäre vorgestern im Bundestag war erstaunlich ernst. Ohne jeglichen Fraktionszwang gingen die Abgeordneten nach vorne und berichteten teilweise von Erfahrungen, die so tief dem eigenen Privatleben entsprungen, dass der Zuhörer ins Staunen geriet. Ohne Geschrei, gehässiges Gelächter oder Zwischenrufe der Kollegen aus anderen Parteien, ließ es sich auf einem Niveau diskutieren, das der Ernsthaftigkeit dieser Thematik gerecht wird. Die Diskussion rund um die Präimplantationsdiagnostik bedarf einer solcher Entscheidungen, die unsere Politiker in eine so schwere Dilemmasituation bringt, dass sie gar nicht anders können, als wirklich ihre eigene Meinung zu vertreten. Es gibt in diesem Fall keinen allgemeinen Trend in der Bevölkerung, dem sie folgen und so ihre Wähler beglücken könnten. Egal wie die Debatte am Ende ausgeht, ein nicht zu unterschätzender Teil der Wähler wird damit unzufrieden sein.

Bei der Präimplantationsdiagnostik handelt es sich um eine medizinische Methode, die es erlaubt in-vitro gezeugte Embryonen vor der Einpflanzung in die Gebärmutter auf Erbkrankheiten zu untersuchen. Läuft eine so befruchtete Eizelle der Gefahr nach der Geburt zu erkranken, oder ist das Risiko einer Fehl- bzw. Totgeburt für diesen Embryo zu groß kann dies im Voraus diagnostiziert werden, sodass werdenden Eltern die Möglichkeit gegeben wird sich für die gesunde befruchtete Eizelle zu entscheiden.

Dass die PID grade in Deutschland ein so sensibles Thema darstellt ist mehr als verständlich. Schließlich geht es um das vernichten von Menschenleben und da sind wir ganz schnell bei Begriffen wie „Euthanasie“ und „Sozialdarwinismus“. Gegner der PID argumentieren ganz einfach damit, dass es dem Menschen nicht zustehen sollte darüber zu entscheiden welches Leben lebenswert ist und welches nicht. Mit anderen Worten: Es sei nicht unsere Aufgabe zu bestimmen, ob ein Kind, das mit Behinderungen auf die Welt kommt, es verdient hat zu leben oder nicht. Die zahlreichen Menschen, die trotz ihrer Behinderung ein schönes und erfolgreiches Leben führen sprechen für diese Argumentation. Weiterhin behaupten PID-Gegner häufig, dass mit einer Lockerung des Gesetzes, Auslese zur gesellschaftlichen Norm gemacht werde und der Wunsch nach so genannten „Designer-Babys“ plötzlich realistisch werde.
Dieses Argument ist meist das schwerwiegendste auf der Contra-Seite, denn wer kann oder möchte sich schon vorstellen, dass wir uns in ein paar Jahren, Augen- und Haarfarbe, ja sogar Größe und Gewicht unserer Kinder vor ihrer Geburt wie in einer Art „Katalog“ aussuchen können? Es spielt dabei meistens keine Rolle, dass es sich hierbei um ein wissenschaftlich unmögliches Vorgehen handelt. Alleine die Vorstellung, dass es eines Tages einmal möglich sein könnte reicht, um gegen die PID zu stimmen.
Dabei wird häufig vergessen worum es bei dieser Methode eigentlich geht. Sinn der PID ist es nämlich nicht Eltern den Luxus der Wahl zu gewähren. Nein, vielmehr soll sie Paaren, die keine Kinder bekommen können, weil diese der Gefahr beliefen, an einer Erbkrankheit, dessen Gen beide Eltern in sich tragen, zu erkranken, die Möglichkeit geben sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Gegner verlangen häufig, dass solche Menschen genau auf diesen lieber verzichten sollten, als auf Methoden zurückzugreifen, die ethisch und moralisch strittig sind. Aber verschließen wir so nicht unsere Augen vor einem Fortschritt? Verwehren wir so nicht hunderten von Paaren glücklich zu werden, nur weil es zu schwierig für uns ist sensible Themen in Angriff zu nehmen?
Wir dürfen nicht vergessen, dass jeder medizinische Fortschritt mit der Aussage begann: „Das klingt doch verrückt!“ Wer hätte vor ein paar Jahrhunderten zum Beispiel daran geglaubt, dass jegliche Form einer Transplantation möglich sei? Die Präimplantationsdiagnostik ist ein Fortschritt, der viel elterliches Leid ersparen kann. Jemand der an eigenen Eltern erfahren hat wie grausam das Leben bei bestimmten Erbkrankheiten enden kann und wie schwierig es grade für den Patienten ist, seine Familie leiden zu sehen. Zu sehen, wie die eigenen Kinder ihr Privatleben, ihren Beruf und jegliche soziale Kontakte aufgeben um sich um Eltern zu kümmern, das ist es meist was in einem den Wunsch aufkommen lässt, niemand möge an der eigenen Krankheit leiden. Schon gar nicht die Enkel. Wieso sollten wir also auf die Möglichkeit verzichten ein gesundes Baby auf die Welt bringen zu können, wenn es diese doch gibt ? Grade wenn es um unsere Kinder geht sind wir niemals bereit ein Risiko einzugehen. Wir kaufen nur die besten Bioprodukte, nur geprüftes Spielzeug und geben mehrer Hundert Euro für einen tüvgeprüften Kindersitz aus. Die Frage ist: Wenn wir schon unser ganzes Leben bezüglich unserer Kinder auf Nummer sich gehen, warum sollen wir das nicht auch schon von Anfang an tun? Die viel diskutierte Frage, ab wann menschliches Leben überhaupt beginnt, ist zwar von großer Bedeutung, aber mindesten ebenso wichtig ist meiner Meinung nach die Frage, ab wann wir uns „Eltern“ nennen können.
Wenn wir Kinder bekommen, dann tun wir das aus einem egoistischen Grund heraus. Wir möchten Kinder. Wir haben einen Kinderwunsch. Niemand fragt diese Kinder vorher ob sie in diese Welt möchten. Ob sie Lust darauf haben sich mit Herausforderungen des Lebens auseinander zu setzen. Sie kommen einfach auf die Welt, weil zwei Menschen das für sie entscheiden. Das ist egoistisch. Wird ein Kind mit einer Krankheit geboren, so muss es mit noch viel schwierigeren Herausforderungen zurechtkommen. Ich sage nicht, dass es kein schönes Leben haben wird, ich sage lediglich, dass es höchstwahrscheinlich schwieriger für dieses Kind sein wird, mit seiner Situation umzugehen. Vielleicht wird es von anderen gehänselt, vielleicht muss es jede Woche zum Arzt, vielleicht muss es sogar Medikamente mit extremen Nebenwirkungen nehmen.
Wenn Eltern vor der Geburt bereits wissen, dass ihr Kind schwerwiegende gesundheitliche Probleme haben wird und es trotzdem, aufgrund ihrer eigenen religiösen oder moralischen Überzeugung auf Welt bringen, dann ist der Höhepunkt des egoistischen Verhaltens erreicht. Ich spreche hierbei nicht von Krankheiten, die behandelt werden können. Ich spreche nicht von einer Grippe, von Allergien oder von anderen vergleichsweise weniger schwerwiegenden Krankheiten. Nein, ich meine damit Erbkrankheiten wie zum Beispiel Huntington, ich spreche von Fehlbildungen die eine Fehl- oder Totgeburt verursachen können. Denn nur in diesen Fällen kann der Anspruch auf die PID erhoben werden. Sie käme also für lediglich einige 100 Paare in Deutschland in Frage. Eben nur, um es „Riskopaaren“ zu ermöglichen Kinder zu bekommen. Warum sollte es ihnen auch verwehrt bleiben? Wir müssen uns außerdem fragen wo der Unterschied zwischen einer ganz legalen Abtreibung nach drei Schwangerschaftsmonaten und der PID liegt. Muss die werdende Mutter wirklich erst eine Bindung zu ihrem kranken Baby aufbauen, bevor ihr der Staat erlaubt es abzutreiben? Muss sie sich wirklich erst der Fruchtwasseruntersuchung und dem emotionalen Trauma, wenn sie erfährt dass ihr Baby krank ist, unterziehen? Ich lasse mir also in-vitro eine befruchtete Eizelle einpflanzen, ohne Anwendung der PID, nur um drei Monate später mein Kind abzutreiben, weil es eine Erkrankung hat ? Und das dann auch noch legal? Es wird die ganze Zeit davon gesprochen die Embryonen zu schützen, aber ein drei Monate altes Baby hat sich doch bereits viel weiter entwickelt, als eine befruchtete Eizelle in der Petrischale. Warum also eine Zelle schützen, aber einen fast 12 Wochen alten Fötus nicht?
Die Entscheidung des Bundestags war aus meiner Sicht völlig richtig. Sie ermöglicht es Paaren, die krankmachende Gene in sich tragen Kinder zu bekommen, aber sie verhindert gleichzeitig den Masseneinsatz der PID, durch zahlreiche Einschränkungen. Die PID bleibt damit zwar verboten. Ob das richtig oder falsch ist, dazu möchte ich mich hier erst mal nicht äußern. Befürworter behaupten oft, dass eine Zelle nicht mehr Rechte haben kann als die werdenden Eltern. Das mag stimmen, aber der Kern der Argumentation sollte nicht der Kampf um Rechte sein, er sollte der Kampf um Selbstbestimmung sein. Wer weiß, was die befruchtete Eizelle sagen würde wenn sie könnte. Weder Befürworter noch Gegner der PID kennen die Antwort. Will die Eizelle krank zur Welt kommen oder will sie es nicht? Diese Frage wird wohl für immer ungeklärt bleiben. Wenn allerdings Leid erspart werden kann, wenn Menschen geholfen werden kann, wenn es Methoden gibt die das Zustandekommen bestimmter Krankheiten verhindern, dann ist das Mindeste, was wir tun können, zur Rationalität zu greifen. Jede werdende Mutter- und auch jeder werdende Vater- wünscht sich für sein Kind nichts sehnlicher als Gesundheit. Natürlich ändert auch die PID nichts daran, dass so etwas wie „ewige Gesundheit“ nicht existiert. Nach der Geburt kann immer noch so einiges passieren, das die Gesundheit des Kindes beeinflusst. Sei es Zufall, oder sei es Schicksal, aber einst gesund zur Welt gekommene Kinder laufen sowieso der Gefahr an einer Krankheit, bei einem Unfall, oder auf andere grausame Weise zu sterben. Wir alle laufen dieser Gefahr. Warum aber ein doppeltes Risiko eingehen? Warum Gesundheit zu einem Lottogewinn machen, wenn sie durch die moderne Medizin bereits ein Tombolagewinn sein könnte?
Die Eizelle kann zwar noch nicht reden, aber das gesunde Kind, das durch Anwendung der PID zur Welt gekommen ist, das kann sprechen. Und ich bin sicher, wenn man ihm eines Tages die Umstände seiner Geburt erklärt, wird es nicht viel zu sagen haben. Außer vielleicht: „Danke!“
9.7.11 17:01


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Frauenfußball= Eine Erfolgsgeschichte?

Die Weltmeisterschaft im eigenen Land, der Traum eines jeden Sportlers. Ein Jahr nach der letzten Fußballweltmeisterschaft der Herren in Südafrika und ganze 5 Jahre nach dem Sommermärchen 2006 bleibt uns nur noch die Erinnerung an die Vorfreude, den aufflammenden Patriotismus und die schwarz, rot, gold beschmückten Autos. Hupkonzerte nach jedem Spiel, Public Viewing in jeder Stadt und nahezu jedes Café, ja selbst jeder Dönerladen konnte sich auf einmal den Flachbildfernseher und die extra Aushilfen für die vierzig Tage leisten. Ein Land im Ausnahmezustand. Mit Freude und Stolz denken wir an diese Zeit zurück und feiern unsere "Fußballhelden". Wir freuen uns auf jede Weltmeisterschaft, auf jede Europameisterschaft, ja sogar auf jedes Freundschaftsspiel der Deutschen Nationalmannschaft. So lange es Männer sind, die gegen den Ball treten. Würde man einem ausländischen Gast, der 2006 miterlebt hat, heute erzählen, dass zur Zeit eine Fußballweltmeisterschaft in unserem eigenen Land stattfindet, so würde er uns höchstwahrscheinlich nicht glauben. Keine Kolonnen im Nationaltrikot, keine Partys nach den Spielen in der Innenstadt und keine Menschen mit lustiger Kopfbedeckung, oder schwarz, rot, goldenen Streifen im Gesicht.

Wir blicken heute auf die Straßen und fragen uns: Was ist bei den Frauen nur falsch gelaufen? Was machen die anders? Warum verdienen sie teilweise 260-mal weniger als ihre männlichen Kollegen auf der selben Position? Bei Facebook stellte der "Spiegel Online" die Frage: "Fußball-WM der Frauen - schalten Sie ein?". Hierauf antworteten von knapp 3.000 befragten 1.109 Menschen mit "auf keinen Fall", nur 598 dagegen mit "so oft ich kann".

Natürlich- und das möchte ich auf keinen Fall leugnen- spielt Männerfußball in einer anderen Liga. Schnelligkeit, Ideenreichtum, Härte und Torchancen sind nur einige Kriterien, bei denen männliche Fußballer die Nase deutlich vorne haben. Hinzu kommt noch, dass die Sportart Fußball ursprünglich als Männersportart gedacht war. Frauen war es, und ist es in einigen Ländern teilweise immer noch, zeitweise verboten Fußball zu spielen. Betrachten wir also die letzten 50 Jahre, so hat der Frauenfußball einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht. Allerdings, und da bin ich mir sicher, werden die Nationalspielerinnen niemals dieselbe mediale Aufmerksamkeit genießen wie ihre männlichen Kollegen. Das Sommermärchen, und alles was zu ihm gehörte, wird immer das Privileg der Männer bleiben.
Nicht nur in dieser Sportart haben wir einen Bereich gefunden, in dem die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, wie sie im Grundgesetz steht, niemals der Verfassungsrealität entsprechen wird. Sportarten sind im allgemeinen anti-paritätisch. Sowohl männlich als auch weiblich dominierte Sportarten werden niemals einen Status erreichen, der es beiden Geschlechtern erlaubt für die selbe Leistung die gleiche Aufmerksamkeit, den gleichen Lohn oder die gleiche Menge an Fans zu erreichen.
Die Frage nach den Ursachen für die Diskrepanz zwischen Männer- und Frauenteams bei sogenannten "Männersportarten", wie zum Beispiel der Fußball noch von vielen genannt wird, ist sicherlich vielfältig zu beantworten und beinhaltet auch immer die subjektive Empfindung des befragten. Rein objektiv betrachtet sind die Gründe dafür, dass Frauen- und Männerfußball so unterschiedlich beim Publikum ankommt, sicherlich evolutionsbiologischer Natur. Es ist kein Geheimnis, dass Männer, was die Faktoren Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer betreffen, von ihrem Körperbau her bevorzugt sind, wobei die Unterschiede in der Ausdauer am geringsten zu sein scheinen. Vielleicht ist der Fußball den die Herren spielen genau deshalb auch "schöner anzusehen", wie häufig gesagt wird. Sollte das der Grund sein, dann ist es uns nicht möglich die Ursache zu beseitigen. Anstatt also nach dem "Warum?" zu fragen, sollten wir uns lieber darauf fokussieren was wir tun können um dem Frauenfußball, zumindest aber großen Turnieren, wie dieser Weltmeisterschaft, die Aufmerksamkeit zu schenken, die die Spielerinnen verdient haben.

Wenn ich das Spiel gestern gegen Frankreich Revue passieren lasse, dann bleibt mir eigentlich nicht viel zu sagen, außer vielleicht; Gut so Mädels, gut so Deutschland! Wir sind auf eurer Seite.
6.7.11 12:00


Das war's !

Tja, das war's. Dreizehn (oder auch zwölf) Jahre lang haben wir auf das Ende der Schulzeit gewartet, die letzten Jahre sehnsüchtiger als am Anfang und dann ging plötzlich alles ganz schnell. Vom letzten Schuljahr habe ich so gut wie nichts mitbekommen. Plötzlich war alles vorbei. Und jetzt sitzen wir hier mit unserem "Matura" in der Tasche und müssen uns mit Fragen beschäftigen wie: Was studieren wir? Wo studieren wir? Erst mal ins Ausland oder sofort weitermachen? Während uns der Ernst des Lebens also langsam einholt, ziehen die Tage nur so an uns vorbei. Sicher haben wir alle unsere Nebenjobs oder andere Nebentätigkeiten. Ein bisschen Arbeit hier, ein bisschen soziale Kontakte pflegen da. Das Leben, das wird allerdings nie wieder wie es mal war.
Einige werden sich sicherlich darüber freuen, und dazu gibt es auch vielerlei Gründe, schließlich bedeutet das Ende der Schulzeit auch gleichzeitig den Anfang einer neuen Ära, was auch immer diese beinhalten mag. Nichtsdestoweniger ist es schon ein bisschen merkwürdig auf einmal einen ganz anderen Alltag zu haben, als noch vor ein paar Monaten.

Es gibt vieles, das wir nicht vermissen werden, aber auch einiges, das uns mit Sicherheit fehlen wird. Bei mir persönlich ist das die Möglichkeit mich mit verschiedenen Menschen über, mehr oder weniger relevante, Themen austauschen zu können. Um das nicht missen zu müssen, probiere ich mal diesen virtuellen Weg der Kommunikation aus und werde versuchen wöchentlich über bestimmte Themen (politischer, wirtschaftlicher, philosophischer, oder ganz anderer Art) zu schreiben. Kommentare, gerne auch kritischer Natur sind mehr als nur erwünscht!

Mal gucken wie das so klappt. Bis zum nächsten Eintrag: Ahoi!

Eure Samira
5.7.11 18:10





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