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Frauenfußball= Eine Erfolgsgeschichte?

Die Weltmeisterschaft im eigenen Land, der Traum eines jeden Sportlers. Ein Jahr nach der letzten Fußballweltmeisterschaft der Herren in Südafrika und ganze 5 Jahre nach dem Sommermärchen 2006 bleibt uns nur noch die Erinnerung an die Vorfreude, den aufflammenden Patriotismus und die schwarz, rot, gold beschmückten Autos. Hupkonzerte nach jedem Spiel, Public Viewing in jeder Stadt und nahezu jedes Café, ja selbst jeder Dönerladen konnte sich auf einmal den Flachbildfernseher und die extra Aushilfen für die vierzig Tage leisten. Ein Land im Ausnahmezustand. Mit Freude und Stolz denken wir an diese Zeit zurück und feiern unsere "Fußballhelden". Wir freuen uns auf jede Weltmeisterschaft, auf jede Europameisterschaft, ja sogar auf jedes Freundschaftsspiel der Deutschen Nationalmannschaft. So lange es Männer sind, die gegen den Ball treten. Würde man einem ausländischen Gast, der 2006 miterlebt hat, heute erzählen, dass zur Zeit eine Fußballweltmeisterschaft in unserem eigenen Land stattfindet, so würde er uns höchstwahrscheinlich nicht glauben. Keine Kolonnen im Nationaltrikot, keine Partys nach den Spielen in der Innenstadt und keine Menschen mit lustiger Kopfbedeckung, oder schwarz, rot, goldenen Streifen im Gesicht.

Wir blicken heute auf die Straßen und fragen uns: Was ist bei den Frauen nur falsch gelaufen? Was machen die anders? Warum verdienen sie teilweise 260-mal weniger als ihre männlichen Kollegen auf der selben Position? Bei Facebook stellte der "Spiegel Online" die Frage: "Fußball-WM der Frauen - schalten Sie ein?". Hierauf antworteten von knapp 3.000 befragten 1.109 Menschen mit "auf keinen Fall", nur 598 dagegen mit "so oft ich kann".

Natürlich- und das möchte ich auf keinen Fall leugnen- spielt Männerfußball in einer anderen Liga. Schnelligkeit, Ideenreichtum, Härte und Torchancen sind nur einige Kriterien, bei denen männliche Fußballer die Nase deutlich vorne haben. Hinzu kommt noch, dass die Sportart Fußball ursprünglich als Männersportart gedacht war. Frauen war es, und ist es in einigen Ländern teilweise immer noch, zeitweise verboten Fußball zu spielen. Betrachten wir also die letzten 50 Jahre, so hat der Frauenfußball einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht. Allerdings, und da bin ich mir sicher, werden die Nationalspielerinnen niemals dieselbe mediale Aufmerksamkeit genießen wie ihre männlichen Kollegen. Das Sommermärchen, und alles was zu ihm gehörte, wird immer das Privileg der Männer bleiben.
Nicht nur in dieser Sportart haben wir einen Bereich gefunden, in dem die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau, wie sie im Grundgesetz steht, niemals der Verfassungsrealität entsprechen wird. Sportarten sind im allgemeinen anti-paritätisch. Sowohl männlich als auch weiblich dominierte Sportarten werden niemals einen Status erreichen, der es beiden Geschlechtern erlaubt für die selbe Leistung die gleiche Aufmerksamkeit, den gleichen Lohn oder die gleiche Menge an Fans zu erreichen.
Die Frage nach den Ursachen für die Diskrepanz zwischen Männer- und Frauenteams bei sogenannten "Männersportarten", wie zum Beispiel der Fußball noch von vielen genannt wird, ist sicherlich vielfältig zu beantworten und beinhaltet auch immer die subjektive Empfindung des befragten. Rein objektiv betrachtet sind die Gründe dafür, dass Frauen- und Männerfußball so unterschiedlich beim Publikum ankommt, sicherlich evolutionsbiologischer Natur. Es ist kein Geheimnis, dass Männer, was die Faktoren Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer betreffen, von ihrem Körperbau her bevorzugt sind, wobei die Unterschiede in der Ausdauer am geringsten zu sein scheinen. Vielleicht ist der Fußball den die Herren spielen genau deshalb auch "schöner anzusehen", wie häufig gesagt wird. Sollte das der Grund sein, dann ist es uns nicht möglich die Ursache zu beseitigen. Anstatt also nach dem "Warum?" zu fragen, sollten wir uns lieber darauf fokussieren was wir tun können um dem Frauenfußball, zumindest aber großen Turnieren, wie dieser Weltmeisterschaft, die Aufmerksamkeit zu schenken, die die Spielerinnen verdient haben.

Wenn ich das Spiel gestern gegen Frankreich Revue passieren lasse, dann bleibt mir eigentlich nicht viel zu sagen, außer vielleicht; Gut so Mädels, gut so Deutschland! Wir sind auf eurer Seite.
6.7.11 12:00
 


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